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Leseprobe 1 Prolog

DIE LAZARUS VERSCHWÖRUNG
DIE LAZARUS VERSCHWÖRUNG

Ladina Bordoli
Roman / Steampunk

Fabylon
Covergestaltung: Atelier Bonzai

STEAMPUNK: Band 6
Broschiert, 200 Seiten
ISBN: 978-3927071674

Apr. 2016, 14.90 EUR
Bestellen: Jetzt bestellen / auch als eBook erhältlich

Nahe London, Anfang März 1885
Ein Sturm hatte sich über London zusammengebraut und hielt den ohnehin blassen Mond hinter dicken Wolken verborgen. Die Glocke beim Clocktower schlug zwölf Mal, es war Mitternacht.
Ein Reiter, der in einen dunklen Umhang mit Kapuze gehüllt war, preschte eilig aus der Stadt in Richtung Südosten. Sein Ziel war ein kleiner, sagenumwitterter Wald in der Grafschaft Kent, nahe der Stadt Shoreham.
Feuchtigkeit lag in der Luft. Vermischt mit der Kälte des winternahen Monats März, nagte sie an den Knochen des Reiters und machte seinen nächtlichen Botengang umso bizarrer. Doch sein Herr hatte keinen Aufschub geduldet: die Angelegenheit sei von unvorstellbarer Wichtigkeit.
Wenn Geoffrey, der Bote, die leise gemurmelten Worte seines Herrn richtig verstanden hatte, handelte es sich bei der Nachricht, die sich in dem kleinen Briefumschlag in seiner Tasche befand, um eine Ankündigung historischen Ausmaßes. Geoffrey fragte sich daher nicht zum ersten Mal, warum er dieses delikate Geheimnis – was auch immer es sein mochte – in die Hände eines alten Mannes legen sollte, der in einer abgelegenen Blockhütte in einem verrufenen Wald südöstlich der Stadt London wohnte. So jedenfalls hatte der Auftrag seines Herrn gelautet. Er sollte einen alten, bärtigen Sonderling in eben diesem Wald ausfindig machen.
„Geoffrey“, hatte er gesagt, „Sie reiten ohne Unterlass, bis Sie diesen Mann gefunden haben. Wenn Sie sich beeilen, sollten Sie morgen bei Einbruch der Nacht dort sein.“
Er hatte jedoch keine Ahnung, wie er aufgrund dieser rudimentären Wegbeschreibung herausfinden sollte, wo genau sich besagte Hütte befand.
Das war gar nicht nötig, wie sich herausstellte.
Kaum hatte Geoffreys Pferd nach einem anstrengenden vielstündigen Ritt den Huf in den Wald gesetzt, stand der seltsame Bärtige – die Beschreibung traf voll und ganz zu – bereits vor ihm und versperrte den Weg.
„Ah, Geoffrey, da sind Sie ja endlich. Ich dachte schon, ich müsste hier die ganze Nacht auf Sie warten!“, empfing er ihn und stützte sich erschöpft auf seinen Gehstab.
Geoffrey wollte sich gerade wundern, woher der Alte seinen Namen kannte, als dieser die Hand ausstreckte und meinte: „Wollen Sie mir nicht den Brief geben, dessenthalben Sie hergekommen sind? Bestimmt möchten Sie so schnell wie möglich wieder nach Hause.“
Geoffrey starrte den Mann verdutzt an, stieg vom Pferd und beeilte sich, ihm den Brief auszuhändigen. Anstatt sich, wie es sich gehört hätte, sofort wieder in den Sattel zu schwingen und zurückzureiten, blieb er wie angewurzelt stehen.
Der Bärtige schmunzelte still und öffnete den Umschlag. Geoffreys unverhohlene Neugier und die damit einhergehende Unfähigkeit, diese zu verbergen, schien ihn offensichtlich köstlich zu amüsieren.
Er überflog einige Zeilen des Briefes und seufzte schließlich. „Nun ja, eine Geburt, wie ich sehe. Ein Junge.“
Geoffrey schwieg und kräuselte verständnislos die Stirn. Wessen Geburt? Sein Herr hatte ihn doch nicht etwa wegen einer simplen Geburtsanzeige mitten in der stürmischen Nacht aus den Federn geholt und Tag und Nacht lang bei Shoreham in diese namenlose Wildnis gejagt, als ginge es um Leben und Tod?
Als hätte der alte Mann seine Gedanken erraten, sagte er: „Wissen Sie, Geoffrey, es handelt sich um keinen gewöhnlichen Jungen. Er hat das Mal. Er ist der Grund, warum es mich überhaupt noch gibt. Wie es aussieht, ist deswegen nicht an den Ruhestand zu denken. Dieses Mal ist es noch schlimmer als bei seinem allerersten Erscheinen!“
Geoffrey glotzte den alten Mann mit offenem Mund an, sein Blick folgte dessen wirren Bewegungen, als er sich zuerst gedankenverloren seine haarlose Schädeldecke kratzte und dann versuchte, seinen verfilzten Bart mit den Fingern zu kämmen.
„Ich verstehe nicht ...“, gab Geoffrey schließlich schüchtern von sich.
Der Bärtige winkte mit einem belustigten Zwinkern ab. „Oh, das müssen Sie auch nicht, mein Junge. Sie werden es früh genug erfahren. Aber ehrlich, können Sie sich etwas Schlimmeres vorstellen, als einen Vater zu haben, der sich Drachenkopf nennt und eine Affäre mit der Frau eines angesehenen Herzogs hat, die dann Ihre Mutter wird? Ich meine, zur damaligen Zeit, Geoffrey, das war ein Sakrileg!“
„Äh, ja ...“, murmelte Geoffrey und bemühte sich, Abstand zwischen sich und den Alten zu bringen. Er hatte keine Ahnung, wovon dieser faselte und welche merkwürdigen Zeitformen er in seinem Gebrabbel verwendete.
Als hätte der alte Mann Geoffreys Unwohlsein nicht bemerkt, fuhr er fort: „Wie dem auch sei. Dieses Mal haben wir wirklich ein Problem. Sagen Sie das Ihrem Herrn, ja? Und noch etwas: Ich sollte erfahren, wie viel Zeit uns bleibt.“

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