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Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich einfach drauflos schreiben und mich überraschen lassen kann, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt.

Interview mit Norma Feye, geführt von Alisha Bionda am 02. Jan. 2015.


Dieses Interview ist Teil der Kolumne:

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A. Bionda
8 Beiträge / 38 Interviews / 5 Kurzgeschichten / 72 Galerie-Bilder vorhanden
Norma Feye Norma Feye
Alisha Bionda führte via Mail ein umfangreiches Interview mit NORMA FEYE, deren Band GHETTO 7 im Oldigor Verlag erschienen ist.

A.B.: Liebe Norma, damit Dich die Leser besser kennen lernen, möchte ich Dir erst einmal einige persönliche Fragen stellen: Was gibt es über Dich als Mensch zu sagen?
N.F. Da fängst du ja gleich mit einer schwierigen Frage an. Ich bin vielseitig interessiert und „springe“ gerne zwischen allen möglichen Ideen und Aktivitäten hin und her. Manchmal erscheint das dann wie Launenhaftigkeit, aber ich bin auch sehr perfektionistisch und engagiere mich bei den Dingen, die ich tue, mit meiner ganzen Energie. Ich gehöre zu den Menschen, die nie mit dem Erreichten zufrieden sind, und immer weitermachen.

A.B.: Was zeichnet Dich in Deinen Augen aus?
N.F. Ich bin kreativ und flexibel, allerdings auch sehr stur, wenn mir etwas wichtig ist. Verlässlich und treu trifft auch noch zu, meine Familie und Freunde können immer auf mich zählen, wenn es irgendwo brennt.

A.B.: Was magst Du, und was eher nicht?
N.F. Ich vermute mal, du meinst das bezüglich meiner Mitmenschen? Mir sind Aufrichtigkeit, Respekt und Vertrauen sehr wichtig, außerdem bin ich ziemlich harmoniebedürftig. Menschen, die sich auf Kosten anderer profilieren wollen oder andere ausnutzen, die lügen und hinterhältig sind, sind bei mir ganz schnell unten durch. Da ist es dann auch ganz flott mal mit dem Harmoniebedürfnis vorbei.

A.B.: Welche Hobbys hast Du?
N.F. Da gibt es so einige. Ich wandere und schwimme sehr gerne, mag Kino und Billard, und bald werde ich wieder mit dem Krav Maga-Training anfangen, das ich wegen eines Unfalls ein gutes Jahr unterbrechen musste. Außerdem plane ich, meine Geige zu entstauben und wieder mehr zu spielen, passend zu einem aktuellen Romanprojekt (dazu später mehr). Ich unternehme gerne etwas mit Freunden, was aber gerade in letzter Zeit viel zu selten klappt.

A.B.: Wolltest Du immer schon Schriftstellerin werden? Oder gab es da eine Initialzündung oder war es eher eine Folge Deiner persönlichen Entwicklung?
N.F. Ich hatte schon immer einer blühende Fantasie und war schon früh fasziniert von Büchern und der antiken Schreibmaschine meiner Mutter. So kam eins zum anderen. Schreiben gehörte irgendwann einfach zu meinem Leben dazu. Den Anspruch, dass irgendwer anderes als meine Familie und Freunde liest, was ich da mache, hatte ich dabei lange nicht. Die Idee, etwas zu veröffentlichen, kam erst viel später.

A.B.: Wann hast Du zu schreiben begonnen? Und womit?
N.F. Ich war zwölf, als meine Eltern mir meine eigene Schreibmaschine schenkten, und darauf habe ich meinen ersten Roman getippt. Der hatte 400 DIN A4-Seiten … und war so schlecht, dass ich ihn zwei Jahre später in dem großen, alten Ofen in unserem damaligen Esszimmer verfeuert habe. Aber die Idee dahinter habe ich nicht vergessen, und irgendwann schreibe ich sie vielleicht noch einmal neu auf.

A.B.: Hast Du eine fest strukturierte Methode, wie Du ein Projekt umsetzt?
N.F. Nein, überhaupt nicht. Strukturiertes Arbeiten ist blanker Horror für mich. Ich weiß, dass planvolles Vorgehen absolut notwendig ist, deshalb versuche ich, mich an Strukturen zu halten. Aber am wohlsten fühle ich mich, wenn ich einfach drauflos schreiben und mich überraschen lassen kann, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt.

A.B.: Schreibst Du gerne zu einer bestimmten Zeit? Lieber tagsüber, lieber abends/nachts? Wie sieht Dein Tagesablauf aus?
N.F. Wenn es irgendwie möglich ist, schreibe ich dann, wenn mir eine Idee kommt. Das kann zu jeder beliebigen Tages- oder Nachtzeit sein. Da ich im Schichtdienst arbeite, habe ich keinen starren Tagesablauf, sondern in meiner Freizeit die Freiheit, alles so zu tun oder zu lassen, wie es mir in den Sinn kommt. Das ist zwar manchmal anstrengend, also der Schichtdienst, aber auch ungeheuer praktisch.

© M.Drewek
© M.Drewek

A.B.: Bevorzugst Du eine bestimmte Atmosphäre oder benötigst Du besondere Ruhe wenn Du schreibst?
N.F. Ich bin gerne im Freien, wenn ich schreibe. Deswegen wird mein Balkon zum Arbeitsplatz, wann immer das Wetter mitspielt. Arbeite ich drinnen, gestalte ich mir die Atmosphäre passend zu dem Thema, das ich gerade schreibe. Zu harten, finsteren Szenen passt z.B. düsterer Gothicrock oder Metal, für Mystisches lasse ich gerne irische Musik laufen, und bei ernsten, tragischen Momenten begleitet mich oft nur das Ticken der riesigen Wanduhr über meinem Schreibtisch.

A.B.: Schreibst Du an mehreren Projekten gleichzeitig oder trennst Du das strikt?
N.F. Nein, ich trenne nicht. Das würde ich auch gar nicht schaffen, dafür habe ich viel zu viele Ideen gleichzeitig. Bei der letzten Zählung waren es achtzehn unterschiedlich weit fortgeschrittene Projekte, wobei einige schon mehrere Jahre alt sind. Jetzt habe ich etwas „aufgeräumt“ und widme mich z.Z. vier bis fünf Projekten, je nachdem, zu welchem ich gerade eine Idee habe.

A.B.: Welchen Genres ordnest Du Dich zu? Und welches reizt Dich am meisten?
N.F. Angefangen habe ich mit Science Fiction, Fantasy kam dann ziemlich bald dazu. In diesen beiden Genres fühle ich mich besonders wohl, inzwischen wage ich mich in fast alle dazu gehörigen Subgenres. Aktuell habe ich besonderen Spaß an Dystopien.

A.B.: Jüngst ist Dein Roman GHETTO 7 im Oldigor-Verlag erschienen. Schilder uns doch bitte, was den Leser darin erwartet.
N.F. Der Roman spielt ein paar Jahrzehnte in der Zukunft, und die ist alles andere als rosig. Die Wirtschaft ist knapp dem totalen Zusammenbruch entgangen und das Klima spielt verrückt. Die Protagonistin Sam ist Polizistin in einem totalitär regierten Staat, der aus diesen Wirren hervor gegangen ist. Erst, als sie mit einem Sonderauftrag, der eigentlich nichts anderes als ein Auftragsmord ist, in das Gefängnis Ghetto 7 eingeschleust wird, beginnt sie zu erkennen, dass die Verhältnisse sowohl innerhalb als auch außerhalb der Mauern ganz anders sind, als sie zu sein scheinen.

A.B.: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Oldigor-Verlag?
N.F. Durch deine erfolgreiche Vermittlung als meine Agentin.

A.B.: Hast Du inhaltlich Vorgaben vom Verlag oder völlig freie Hand?
N.F. Im Fall von Ghetto 7 war ich in der ungewöhnlichen Situation, dem Verlag schon bei Vertragsabschluss ein fertiges, voll ausgearbeitetes Manuskript anbieten zu können, und das kam so gut an, dass es keine Änderungswünsche seitens des Verlags gab.

A.B.: Wie gefällt Dir die Optik des Bandes?
N.F. Ich war hin und weg, als ich den fertigen Coverentwurf zum ersten Mal gesehen habe und bin der Designerin per eMail quasi um den Hals gefallen, so toll fand ich es, und finde es immer noch. Die Frau auf dem Cover sieht exakt so aus, wie ich meine Protagonistin immer vor meinem inneren Auge gesehen habe.


A.B.: Hast Du ein Vorbild – literarisch und/oder allgemein?
N.F. Nein, nicht konkret. Ich bewundere Menschen, die das, was sie tun, in Perfektion beherrschen, oder zumindest nah an Perfektion heran reichen. An deren Können, Motivation und/oder Ehrgeiz nehme ich mir dann gerne ein Beispiel.

A.B.: Liest Du regelmässig? Wenn ja, was bevorzugt?
N.F. Ich lese viel und gerne und habe in fast jeder freien Minute, in der ich nicht selbst schreibe, ein Buch oder meinen eBook-Reader in der Hand. Überwiegend lese ich die Genres, die ich auch schreibe. Geschichten, die nicht wenigstens einen Hauch von Mystik haben, kann ich selten etwas abgewinnen.

A.B.: Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern?
N.F. Ich wünsche mir für die Zukunft einen regen Austausch mit meinen Lesern, bin neugierig auf Rückmeldungen, Anregungen und Kritik.

A.B.: Wie gestaltet sich dieser?
N.F. Zur Zeit passiert da noch nicht viel, ich hoffe aber, dass sich das bald ändert.

A.B.: Hältst Du auch Lesungen ab? Oder kann man Dich auf Cons antreffen? Wenn ja, auf welchen?
N.F. Ja, im kommenden Jahr möchte ich viele Lesungen machen und auch auf Cons vertreten sein. Fest geplant sind z.Z. allerdings erst zwei, die FarkCon und die FeenCon, wo die Agentur Ashera jeweils einen Stand haben wird.

A.B.: Gibt es Menschen, die Dich bei Deinem schriftstellerischen Werdegang unterstützt haben? Freunde, Familie, Kollegen? In Deinen Anfängen und jetzt?
N.F. Meine Eltern haben mich immer unterstützt und mir Rückhalt gegeben. Sie haben mich quasi mit beiden Beinen auf dem Boden gehalten, während ich mit dem Kopf in den Wolken schwebte. Diese (mitunter gar nicht so einfache) Aufgabe ist inzwischen auf meinen Mann übergegangen. Was das Schreiben als solches betrifft, habe ich am Anfang viel allein gemacht und im stillen Kämmerlein vor mich hin gewerkelt, später habe ich in meinem Freundeskreis zwei verwandte Seelen gefunden, mit denen ich dann in regem Austausch stand. Mit einer der beiden, der Autorin Tanja Bern, ist das bis heute so geblieben.

A.B.: Welchen Rat würdest Du Newcomer-Autoren für die Verlagssuche geben?
N.F. Da kann ich nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten: Als völlig unerfahrener Neuling steht man in der Bücherwelt manchmal ganz schön auf dem Schlauch. Ein erfahrener Wegbegleiter ist da eine große Hilfe. Daher ist mein Rat: Sucht euch jemanden, der sich auskennt und euch vor den allgegenwärtigen „Stolperfallen“ bewahrt. In meinem Fall ist es die Agentur Ashera.

A.B.: Worin siehst Du die Vor- und Nachteile in der Klein- und Großverlagsszene?
N.F. Gar keine einfache Frage. Die kleinen Verlage erscheinen mir persönlich oft „experimentierfreudiger“ als die großen, sie scheuen sich weniger, auch mal ungewöhnlichen Projekten eine Bühne zu bieten. Dafür bewegen sich die Zahlen aber in einem recht überschaubaren Rahmen. Die Großverlage haben da natürlich ganz andere Ressourcen, wenn es darum geht, ein Buch groß raus zu bringen. Allerdings ist es aber auch enorm schwer, als Newcomer oder noch unbekannter Autor bei ihnen unterzukommen.

A.B.: Woran arbeitest Du derzeit? Auf was dürfen sich die Leser künftig freuen?
N.F. Ganz oben auf der Liste steht gerade mein nächster Beitrag zur O.R.I.O.N. Space Opera, der als Band 4 voraussichtlich unter dem Titel „Die sterbende Sonne“ erscheinen wird. Darüber hinaus wird es einige Kurzgeschichten von mir in Anthologien geben und einen Kurzoman zum Thema Vampir-Romance. In groben Zügen gibt es außerdem schon die Geschichte einer Geigenvirtuosin, die sich in der Vergangenheit ihrer Familie auf die Suche nach dem Ursprung ihres außergewöhnlichen Talents macht. Pläne für zwei Dystopien gibt es auch schon. Und last but not least kommt im Frühjahr 2015 mein Vampirroman „Nachtwanderer“ auf den Markt, in dem Irland im Allgemeinen und Dublin im Besonderen die Kulisse für eine uralte Vampirfehde bietet.

A.B.: Vielen Dank für das ausführliche Beantworten meiner Fragen.
N.F. Gerne!
© M.Drewek
© M.Drewek

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