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Wie es dazu kam, dass ich Erotik schreibe …


TANYA CARPENTER berichtet.

Wie so oft im Leben war der Weg nicht geradlinig, sondern von vielen Kurven gekennzeichnet. Zuweilen ähnelte es wohl auch einem vorsichtigen Heranpirschen von einem sicheren Beobachtungsposten zum nächsten. Manchmal war es eine Achterbahnfahrt, ein Wagnis, ein Versuch und irgendwie auch immer ein unwiderstehliches Bedürfnis.
Kurzum: Erotik war zwar schon immer Teil meiner Geschichten, die Intensität und Vielfältigkeit hat sich jedoch erst nach und nach ergeben.
Das hatte mehrere Gründe. Zunächst einmal ist die sinnliche Vorstellungskraft als Teenager noch nicht so ausgereift wie sie mit zunehmenden Lebensjahren wird. Man muss zwar nicht alles schon mal selbst ausprobiert haben, aber das Wissen um die Möglichkeiten und die Vielfalt wächst von Jahr zu Jahr, nicht zuletzt anhand der Medien oder erotischer Literatur, die man liest. Aber auch mit neuen Partnern oder dem (verbalen!) Austausch unter Freunden/innen.


Wenn ich rückblickend die Sex- und Liebesszenen in meinen Romanen und Geschichten betrachte, fällt mir außerdem auf, dass ich anfangs deutlich intensiver im (männlich-) homoerotischen Bereich geschrieben habe. Ich finde es nach wie vor auch äußerst ansprechend, mir zwei attraktive Männer beim hingebungsvollen Liebesspiel vorzustellen, und so war in meiner „Ruf des Blutes“-Vampirserie der Sex zwischen meinen bildschönen Vampirherren auch verdammt heiß, während die Liebesszenen zwischen meinem Protagonistenpaar fast schon brav daherkamen. Wirklich bewusst war mir das damals ebensowenig wie die Tatsache, dass schon in der Vampirserie eine ganze Reihe von BDSM-Elementen vorkamen. Ich habe einfach meine Gedanken auf die Reise geschickt, habe meiner Fantasie freien Lauf gelassen und nicht über irgendwelche Konsequenzen nachgedacht, da die vampirische Natur per se eine Menge Konsequenzen lindert oder schlicht unbedeutend werden lässt.
Heute, mit Abstand betrachtet, ist mir klar, dass gerade der homoerotische Schwerpunkt in meinen Geschichten vermutlich einen wichtigen Hintergrund hatte. Nämlich den, dass man von solchen Szenen bei einer Autorin weniger darauf schließen kann, dass sie derlei im eigenen Schlafzimmer treibt. ;-) Kurzum: Es war einfach unverfänglicher, ungefährlicher. Es gab nicht die Notwendigkeit, sich damit auseinanderzusetzen, ob ein Leser die erotischen Fantasien direkt auf die Verfasserin projizieren würde. Natürlich habe ich auch jede Menge heteroerotische Szenen geschrieben, aber im Vergleich zu den homoerotischen waren sie wie erwähnt deutlich zahmer.
Und dann …
Ja, und dann kam Alisha Bionda und ihre Anfrage für diverse erotische Anthologien, ob ich „Lust“ hätte Kurzgeschichten beizusteuern (welch nettes Wortspiel). Ein verlockendes unmoralisches Angebot sozusagen. Die allererste Geschichte beinhaltete noch relativ subtile Erotik, mehr ein „zwischen den Zeilen“. Das war „Desmodia“ für die DARK LADIES II (Fabylon). Es dauerte allerdings nicht lange und ich durfte für die „Schattenversuchungen“ (Ars Amoris, Fabylon) gleich die nächste erotische Geschichte schreiben und die wurde dann schon deutlich direkter und – was mich heute sogar selbst ein wenig erstaunt – „Die Ruine“ beinhaltete erneut (und diesmal bereits heteroerotisch) bereits ein paar Soft-BDSM-Elemente wie z.B. das Spiel mit heißem Kerzenwachs.


Ich weiß nicht, ob ich heute stilistisch, sprachlich sowie vielfältig auf dem Niveau wäre, wo ich bin, wenn es all die vielen verschiedenen Erotik-Anthologien unter der Herausgabe von Alisha Bionda nicht gegeben hätte. Ich konnte mich in diesen Kurzgeschichten wunderbar ausprobieren, je nach Thema Stück für Stück ein bisschen weitergehen, Sprache, Setting und Beziehung immer mehr entwickeln und zunehmend mutiger werden. Ich denke da besonders an die Steampunk-Erotikanthologie „Der Ritt auf der Maschine“ (SteamPunk, Band 1, Fabylon) oder die erotische Vampir-Anthologie „Blutjung – Der Vampir, der mich liebte“ (Edition Mortifera, Band 1, Arunya-Verlag). Auch die erotischen Szenen in meinen Romanen entwickelten sich, angespornt und geschult durch die Kurzgeschichten, immer weiter. Sie wurden gewagter, bildlicher, facettenreicher. Wenn ich an „Das Ikarus-Evangelium“ (bookshouse) denke und die Feedbacks meiner Leser, dann gelingt es mir offenbar recht gut, die Atmosphäre und das Prickeln einzufangen und Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Es gibt für mich kein größeres Lob, als die Bestätigung, echtes Kopfkino zu erzeugen.
Und dann kam irgendwann der Punkt, wo die Idee zu „Seduction“ ins Leben trat. Damals noch unter dem Arbeitstitel „Verführung“ und genau das sollte dieser Roman sein. Verführung pur. Schon die erste Mail an Alisha in diesem Zusammenhang war praktisch die Entscheidung, dass ich diesen Erotik-Titel unbedingt schreiben wollte. Meine Zwillinge, der eine romantisch und liebevoll, der andere lüstern und dominant. Aber das war nur die halbe Wahrheit, wie ich während des Schreibens dann erfahren durfte. Jared und vor allem Cyprus sind soviel mehr und auch Bonnie weiß ihre Lust zu leben und zu genießen. Mit „Seduction: Verführt“ (feelings/Knaur) ist für mich die letzte Hemmschwelle gefallen, Erotik pur zu schreiben. Sprachlich unverblümt, variantenreich, mit wenig Tabus, aber (und dieses Aber ist mir ungemein wichtig) nie frauenabwertend! Jedenfalls steht inzwischen für mich fest: ICH WILL MEHR! Mehr Erotik schreiben, mehr ausprobieren in meinen Geschichten. Niveauvoll, spannend, sinnlich, Fantasien beflügelnd. Den Leser möglichst atemlos zurücklassen und gaaaaanz viel Kopfkino erzeugen. So mir das gelingt, dürfen es gerne noch viele, viele erotische Romane werden. Aber gänzlich auf die Erotik verlegen werde ich mich dennoch nicht, denn dafür liebe ich auch all die anderen Genres viel zu sehr. Doch ein guter Spritzer Erotik macht in meinen Augen fast in jedem Genre das Quentchen Salz in der Suppe aus. Denn welcher Leser lässt sich nicht gerne auf ein paar sinnliche Lesestunden entführen? Und ich denke, es gibt immer noch einiges zu entdecken. ;-)
Es war für mich auf jeden Fall die richtige Entscheidung, Erotik zu schreiben. Es zu wagen und dazu zu stehen. Aber ich bin auch sehr froh über die langsame, stetige Entwicklung, die ich gemacht habe. Dass ich durch die Kurzgeschichten reifen durfte. In meinen Augen war dies eine unbezahlbare Lehrerfahrung von der die Romane – ob mir viel oder wenig Erotik-Anteil – eindeutig profitieren. Aber am besten, die Leser machen sich einfach selbst ein Bild davon und lassen sich auf die sinnliche Reise ein. Auswahl gibt es ja genug. ;-)

AGENTUR ASHERA
Beitrag Wie es dazu kam, dass ich Erotik schreibe … von Alisha Bionda
vom 29. Nov. 2016


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