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Wie es dazu kam, dass ich mit SUMMER einen Vampir-Mehrteiler schreibe ...


Sandra Binder erzählt.

»Vampire, urgh ...«
Ich will es nicht leugnen: Das war mein erster Gedanke, als die Agentur Ashera mit dem Vorschlag eines Romantasy-Vampir-Mehrteilers auf mich zukam.
Natürlich mag ich Vampirgeschichten; schließlich bin ich mein Leben lang schon unheilbarer Fantasy-Fan. Bisher hatte ich mich allerdings auf der anderen Seite des Systems gesehen: bei den Vampirjägern, wie Van Helsing und Blade. Sie waren meine Jugendhelden – nicht Dracula.

In den ersten Minuten war ich deshalb sicher, dass ich den Vorschlag ablehnen würde. Doch dann meldete sich wieder diese leise Stimme in meinem Kopf. »Raus aus der Wohlfühlzone«, flüsterte sie. »Ich weiß, da kennst du dich aus und da ist es gemütlich, aber da stagnierst du und langweilst dich irgendwann.«
Manchmal, wenn sich der übersensible und nervöse Autor in mir mal wieder panisch an alte Hüte klammert, muss ich mich daran erinnern, dass ich generell dafür bin, Neues auszuprobieren. In diesem üblichen Stadium der geistigen Schreibverwirrung antwortete ich also klipp und klar: »Jein, weiß nicht recht, wie soll das denn aussehen?«


Agentin Alisha Bionda erklärte mir geduldig, dass es sich um einen Episodenroman handle. Zunächst startete die Online-Serie auf dem Literaturportal LITERRA, bevor weitere Episoden exklusiv als eBook erscheinen werden. Außerdem sollte Protagonistin Summer eine moderne Vampirin sein, in London leben und frech und chick-litig daherkommen.
Das feuerte meine grauen Zellen zwar nicht unbedingt an und ich war fast sicher, dass ich meine Protagonistin in der ersten Episode pfählen ließ, aber ich wollte die Chance auch nicht unversucht an mir vorüberziehen lassen. Mein Ehrgeiz kroch gähnend aber neugierig unter der Bettdecke hervor, weshalb wir zunächst ein wenig Bedenkzeit und eine Test-Episode vereinbarten.

Tagelang wälzte ich die Idee im Kopf, doch das widerspenstige Ding wollte einfach nicht reifen. Irgendwann setzte ich mich an den Laptop, um planlos und unüberlegt draufloszuschreiben. Nach dem ersten Absatz erwärmte ich mich überraschenderweise für die Geschichte, nach dem zweiten brannte ich bereits dafür und mit einem Mal war ich höchstmotiviert. Der Plot formte sich quasi von selbst, versprach vampirig, chick-litig und binderig zugleich zu werden, also schlicht genial. Ich war begeistert. Bis der Text fertig war. Denn da stellte ich fest, dass ich den größten Mist seit Menschengedenken zu Papier gebracht hatte. Ich lache heute noch darüber.
Wie es scheint, war das jedoch bitter nötig gewesen. Denn als mein Kopf von diesem Unsinn befreit war, flatterten die Ideen nur so herein und ich kam kaum mit dem Aufschreiben hinterher.
Plötzlich hatte ich ein Gefühl für die humorvolle Summer mit ihrem Kontrollzwang und der schlechten Angewohnheit sich permanent zu verspäten. Das kommt davon, wenn man drei Leben auf einmal führen will: Privatdetektivin, Single und Vampir. Sie brauchte Unterstützung, so viel war klar. Und auch die formte sich wie von selbst in meiner Vorstellung.
Zunächst habe ich den unwissenden, weil menschlichen Assistenten Colin ins Detektivbüro Summer Williams eingeschleust. Der liebenswerte Chaot hat zwar eine merkwürdige Aversion gegen Bügeleisen und Krawatten, hält ihr aber beruflich den Rücken frei.
Für das Single-Leben ist selbstverständlich eine beste Freundin gefragt. Und da Summer eine Liebes-Verdrängungs-Spezialistin ist, bekam sie gleich doppelten Beistand. Die freche Lucy, ihre älteste Freundin und nebenberufliche Kupplerin ist immer auf der Suche nach einem heißen Abenteuer für die Mädels. Ganz anders als die konservative Rachel. Ihr unerschütterlicher Glaube an das Gute im Menschen wird nur noch von ihrer Liebe zur Romantik übertroffen. Die beiden sind sozusagen Teufelchen und Engelchen auf Summers Schultern.


Ich konnte meine Protagonisten nun regelrecht vor mir sehen und freundete mich unversehens mit ihnen an. Tja ... sobald der Autor seine Akteure erst einmal ins Herz geschlossen hat, würde er ihre Geschichten zu gern mit einem Happy End beginnen. Ziemlich langweilig, oder? Es brauchte also einen Startschuss, irgendetwas, das Summers hübsches kleines Leben, das bis jetzt geruhsam vor sich hinplätscherte, gehörig aus der Bahn warf. Und was ist es, was uns Frauen regelmäßig in den Wahnsinn treibt? Womit fängt das Desaster für gewöhnlich an? Richtig: mit einem Kerl.

In diesem Fall heißt der Mann Damian und ist der hartnäckigste und unverschämteste Vampir, dem Summer je begegnet ist. Allerdings ist er gleichzeitig der umwerfendste und anziehendste Vampir, dem sie je begegnet ist. Damian Cartwright hat jedoch einen großen, geradezu hünenhaften und schaurig furchteinflößenden Makel: seinen Bruder Luke. Der ist nicht nur seelenlos und gleichgültig wie ein Eisblock, sondern auch der Oberboss der Vampir-Mafia Vampyrus. Von diesen skrupellosen Verbrechern sollte sich eine kleine Privatdetektivin besser fernhalten.
Wenn sie nur könnte ...

Je mehr ich über sie nachdachte, desto besser lernte ich meine Protagonisten kennen, entdeckte ihre Stärken und Schwächen und durchschaute ihre Wünsche und Ängste. Und endlich klappte es auch mit der Handlung. Wieso erst jetzt?
Weil es bei mir üblich ist, dass sich zunächst die Personen und erst dann die Geschichten entwickeln. Ich muss wissen, mit wem ich es zu tun habe, bevor ich meine Helden auf die Reise schicken kann. Diese Kennenlernphase braucht Zeit. Mehr noch, wenn man sich so trotzig ziert, wie ich zu Beginn. Ganz klar, dass mein anfänglicher Plan, unüberlegt draufloszuschreiben, absolut unsinnig und ergebnislos war. Das hat bei mir noch nie funktioniert. Aber nachdem ich Summer und ihre Freunde (und Feinde) nun kannte, hatte ich auch ihre Geschichte glasklar vor Augen. Und wollte sie unbedingt erzählen.

Wie anzunehmen war, habe ich keinen meiner inzwischen lieb gewonnenen Vampire in der ersten Episode pfählen lassen. Im Gegenteil. Die Figuren wurden immer lebendiger und mischten sich munter in den Handlungsverlauf ein. Ich war mehr als überrascht, wie viel Spaß ich alter Vampirjäger mit einer Romantasy-Vampir-Geschichte hatte. Und immer noch habe.

Inzwischen sind sechs Episoden im Special-Bereich auf LITERRA erschienen und schon bald folgt das eBook »Küssen verboten - beißen erlaubt« im Arunya-Verlag. Für den zweiten Teil habe ich ebenfalls schon reichlich Ideen gesammelt und freue mich aufs Weiterschreiben. Mittlerweile bin ich ein echter Fan von Summer und kann nicht mehr nachvollziehen, weshalb ich zunächst gezögert habe. Ich hoffe, die Leser haben ebenso großen Spaß an ihrer Geschichte wie ich.

AGENTUR ASHERA
Beitrag Wie es dazu kam, dass ich mit SUMMER einen Vampir-Mehrteiler schreibe ... von Alisha Bionda
vom 05. Feb. 2017


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