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Das Kennedy-Rätsel


„Das Kennedy-Rätsel“ ist der erste, neue LARRY-BRENT-Roman im Hardcover. Vor einigen Jahren gab es bereits eine Hardcover-Ausgabe im Zaubermond-Verlag, herausgegeben von Bernd Götz und Thomas Born. Allerdings wurden in dem Buch vier Heftromane nachgedruckt. Der vorliegende Roman von J.J. Preyer ist dagegen ein brandneuer, in der jüngsten Vergangenheit spielender Fall mit Larry Brent und dem internationalen Psycho-Team der PSA:

11. September 2001
Larry Brent, alias X-RAY-3, ist mit Joe Lessing im World Trade Center verabredet. Der Anwalt möchte dem PSA-Agenten brisantes Material zum Kennedy-Attentat zeigen. Wegen des dichten Verkehrs verspätet sich Larry, und so befindet er sich nicht im Gebäude, als sich eine Boeing 767 in den Nordturm bohrt und das Gebäude zum Einsturz bringt. Kurz darauf geschieht dasselbe mit dem Südturm. Wenig später erfährt der Agent auch von dem Anschlag auf das Pentagon. Die PSA ist in höchster Alarmbereitschaft und Larry Brent beginnt in einem undurchsichtigen Fall zu ermitteln. Gemeinsam mit seiner Kollegin Morna Ulbrandson besucht er die trauernde Witwe von Joe Lessing und trifft dort einen gemeinsamen Freund, den Astronauten Sam Ferguson. Wenig später wird Ferguson Opfer eines bestialischen Ritualmordes. Morna findet heraus, dass die Fingerabdrücke von Ferguson identisch mit denen eines gewissen Jim Rafter sind. Doch weder Ferguson noch Rafter waren jemals Astronauten. Larry Brent nimmt Kontakt mit Rafters Sohn auf, der einen Brief von seinem Vater hat, in dem dieser ihm schreibt, dass er tatsächlich Astronaut war, und als erstes den Mond betreten hat. Die offizielle Version mit Armstrong und seinen Kollegen war ein für das Fernsehen nachgedrehtes Ablenkungsmanöver. Doch was hat die Mondlandung, mit den Kennedy-Attentaten und dem Anschlag auf das World Trade Center zu tun? Larry Brent bindet nicht nur die PSA-Agenten Morna Ulbrandson, Nils Hellström, alias X-RAY-4, und Chris Moore, alias X-RAY-10, in die Ermittlungen ein, sondern auch die neuen EDV-Experten Sharon Monastir und Liam Turmont. Doch ihr Gegner scheint dieses Mal übermächtig zu sein und bald geraten Larry Brent und seine Freunde selbst in das Visier einer skrupellosen Organisation die bestens über die PSA Bescheid weiß…


Wie bei JOHN SINCLAIR sollte man sich auch bei LARRY BRENT nicht die Frage des Alterns stellen, sondern einfach die neuen Abenteuer genießen, so sie denn ansatzweise den Geist von Dan Shocker beinhalten. „Das Kennedy-Rätsel“ ist in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit, denn es ist nicht nur der Auftakt zu einer schön aufgemachten Hardcover-Serie, sondern auch das LARRY BRENT-Debüt für Preyer, der sich einem brisanten Thema widmet. Wie geschaffen für die PSA David Galluns. Die Ereignisse spielen nach der Genesung von X-RAY-1 und damit ist Larry Brent nun endgültig seiner Doppelfunktion entbunden. Der Fortschritt hat auch in der PSA Einzug gehalten, das beste Beispiel dafür sind die jungen PSA-Mitarbeiter Sharon Monastir, mit der Larry sogleich anbandelt, sowie Liam Turmont. Die beiden EDV-Experten sollen die Computer der PSA auf den neuesten Stand bringen und arbeiten an verbesserten Sicherheitssystemen, was bedeutet eventuell die Großrechner „The Big Wilma“ und „The Clever Sofie“ abzuschaffen, ebenso die veralteten Kommunikationssysteme mittels Ring und Armkettchen. Eine Entwicklung gegen die sich X-RAY-1 sträubt, und die er, wohl eher unbewusst, behindert. Galluns Reaktion steht beinahe stellvertretend für den herkömmlichen LARRY BRENt-Fan, der einsehen muss, dass der Stil des verstorbenen Dan Shocker nicht kopiert werden kann und die Serie einen Kompromiss zwischen Nostalgie und modernem Thriller eingehen muss, um auf dem Buchmarkt bestehen zu können, und neue Leser zu gewinnen. Dieser Kompromiss ist J.J. Preyer in diesem Roman recht gut gelungen. Die Recherchen des Autors sind beispielhaft und zeugen von einer hohen Sorgfalt, die der Schriftsteller beim Verfassen seiner Texte an den Tag legt. Dabei kommen vor allem die Liebhaber düsterer Verschwörungstheorien voll auf ihre Kosten, während die Freunde des gepflegten Gruselns wenig mit dem „Kennedy-Rätsel“ anfangen dürften. Im Gegensatz zu den meisten neuen Fällen kommen auch andere Agenten, außer Larry Brent, Iwan Kunaritschew und Morna Ulbrandson in dem Roman vor. Neben Larry und Morna gibt es ein Wiederlesen mit Nils Hellström und Chris Moore. Ein kleines Highlight ist der Cameoauftritt von Dr. Mark Shelly, der bereits in den Romane von Dan Shocker als Hypnosespezialist der PSA auftrat. Außerdem erfährt der Leser auch einiges über die Geschichte von Larrys Familie. So ist zum Beispiel Larrys Urgroßvater als Auswanderer und gläubiger Katholik von Irland nach Amerika gekommen und hat dort eine Protestantin geheiratet. Larry selbst ist Atheist und hat sich ein Zitat seines Lieblingsschriftstellers B. Traven zum Lebensmotto erwählt:
„Es ist bequemer, die Götter und Göttinnen anzubetteln, als sich selbst zu bemühen.“
Die Story ist trotz ihres enormen Informationsgehaltes äußerst rasant und minimalistisch geschrieben worden. Preyer gibt sich nur höchst ungern mit seitenlangen Beschreibungen ab, was häufig dazu führt, dass Szenen nur schwer aus sich heraus wirken können. Gerade der Anschlag auf das World Trade Center, den Larry hautnah miterlebt, wird sehr schnell abgehandelt und der PSA-Agent erhält kaum Zeit die Ereignisse zu reflektieren. Auch die Beziehung zu Sharon Monastir bleibt recht oberflächlich, obwohl der Autor eigentlich das Gegenteil anstrebt. Der erste Abschnitt auf Seite 24 ist beispielhaft für die Sprunghaftigkeit innerhalb der Szenen. Gerade befindet sich Larry Brent in inniger Umarmung mit Sharon unter der Dusche und im nächsten Augenblick meldet sich sein PSA-Ring und Larry plaudert mit Morna, während Sharon plötzlich aus der Küche kommt. Gewöhnungsbedürftig sind auch wenig sinnvolle Füllsätze, wie: „Aus der Espressomaschine sprudelte belebender Espresso.“
Doch solche Stolpersteine treten im Gro fast ausschließlich im ersten Viertel des Romans auf. Der Rest ist ein spannender, kurzweiliger PSA-Thriller, der Larry Brent mit einem seiner brisantesten Fälle konfrontiert und mit einer Organisation, von der man hoffentlich in späteren Fällen noch öfter liest. Zwei Illustrationen von Ralph Kretschmann am Beginn des Buches wecken die Lust am Lesen. Schade, dass auf weitere Illustrationen innerhalb des Romans verzichtet wurde. Das Cover von Mark Freier ist genial – einfach und wirkungsvoll. Nur leider fehlt auf dem Titelbild der berühmte LARRY BRENT Schriftzug mit der Knochenklaue, die sich wenigstens als kleinere Version auf dem Buchrücken wiederfindet.

Besonderheiten:
Erster Auftritt der Eliteorganisation „Nephilim“, die nicht nur für das Kennedy-Attentat, sondern auch für den Anschlag auf das World Trade Center verantwortlich ist und bestens über die PSA Bescheid weiß.
Nils Hellström, alias X-RAY-4, und Chris Moore, alias X-Ray-10, treten auf.
Erster Auftritt von Sharon Monastir, EDV-Expertin der PSA und Geliebte von Larry Brent.
Larry Brent besitzt ein Ferienhaus in Montauk.

Insgesamt betrachtet ein durchaus gelungener LARRY BRENT-Roman, der hoffentlich den Start einer Reihe spannender und gut durchdachter neuer Fälle der PSA darstellt.

WIE DAN SHOCKER DAS FÜRCHTEN LEHRT
Beitrag Das Kennedy-Rätsel von Florian Hilleberg, Beitrag 19
vom 08. Jul. 2009


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