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Zeitlos
von Petra Jörns

Crossvalley Smith Crossvalley Smith
© http://www.crossvalley-design.de
Freitag, 5. Mai 1876
Ich habe es gewagt. Eigentlich war der Ring zu teuer. Gewiss kann ich ihn mir nicht leisten, armer, kleiner Erfinder, der ich bin. Aber sollte mir für meine Liebste nichts zu teuer sein?
Nun gibt es kein zurück mehr. Ich will sie fragen. Gleich morgen beim Tee. Mag es zwar bessere Gelegenheiten geben, halte ich es nun keinen Tag länger aus. Ich will das Leuchten in ihren Augen sehen, wenn ich ihr den Ring zeige.
Wovon rede ich? Ich will den Diamanten auf ihrem schlanken Finger sehen. Ich will das „ja“ von ihren Lippen hören, mit dem sanften Timbre, das ihre Stimme hat, wenn sie erregt ist. Morgen wird mein Glückstag sein. Morgen wird meine Welt endlich heil sein.
Morgen werde ich der glücklichste Mann der Welt sein!

Samstag, 6. Mai 1876
Wie kann es sein? Wie kann Gott das zulassen? Wo ist der Sinn!
Eleanor ist tot. Das Funkeln in ihren Augen für immer erloschen. Nie mehr werde ich ihre Stimme hören. Ihr Lebensfunke ist vergangen.
Kein Entrinnen. Aus. Vorbei.
Mein Leben ein Trümmerfeld. Wie soll ich jetzt noch existieren – ohne sie? Sie, die mir Sinn und Lebenszweck war. Gott, oh Gott, wenn du Erbarmen kennst, dann nimm mich anstatt ihrer. Denn ohne sie kann ich nicht leben.

Mittwoch, 7. Juni 1876
Eine Idee. Zu verwegen, zu kühn. Nein, es kann nicht funktionieren. Und doch …

Freitag, 30. Juni 1876
Die Rohre und die Kessel wurden vor ein paar Tagen geliefert. Der Bau der Maschine geht gut voran. Bald werde ich einen ersten Probelauf machen können, um die Dichtigkeit der Leitungen zu überprüfen.

Mittwoch, 19. Juli 1876
Schon wieder ist eine der Schellen gerissen. Es ist zum verrückt werden. Wenn ich den Druck erhöhe, gerät die Maschine derart in Vibration, dass die Verbindungen der Belastung nicht gewachsen sind. Ich muss mich nach einem anderen Material umsehen.
Zudem ist mein Wasserverbrauch immens gestiegen. Sollte ich vielleicht doch den nahe gelegenen Bach umleiten, um Wasser daraus entnehmen zu können?

Dienstag, 8. August 1876
Sie läuft. Endlich! Ich kann es kaum glauben. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich, verschwitzt und dreckig wie ich bin, inne halte, um die Kolben bei ihrer Arbeit zu bewundern und auf das Zischen des Kessels lausche, wenn der Überdruck entweicht.

Freitag, 25. August 1876
Die Nachbarn haben sich beschwert. Sie erfreuen sich nicht so wie ich am Gestampfe der Kolben, am Gluckern des Wassers und dem Rauch und Dampf, der der Maschine entweicht. Sie wollen die Einstellung meiner Arbeiten über eine richterliche Verfügung erwirken, falls ich keine Abhilfe schaffe.

Montag, 11. September 1876
Nun habe ich zwei Wochen damit verschwendet, den Schuppen schalldicht zu machen und den Dampf über ein Kondensationsaggregat zu reduzieren – jetzt soll ich auch noch die Umleitung des Baches rückgängig machen.

Donnerstag, 14. September 1876
Ich habe das Grundstück gekauft. Mein letztes Geld ist damit dahin. Künftig werde ich von trockenem Brot und Wasser aus meinem Bach leben müssen. Aber von nun an wird niemand mehr meine Arbeiten stören. Am Montag werde ich endlich mit den Experimenten beginnen.

Montag, 18. September 1876

Nichts. Nicht einmal eine Feder konnte ich bewegen. Ich muss meine Berechnungen noch einmal überprüfen. Irgendwo muss mir ein Fehler unterlaufen sein.

Donnerstag, 5. Oktober 1876
Fort. Ich kann es kaum glauben. Könnte die Rose nicht genauso gut nur einfach in ihre Bestandteile aufgelöst worden sein? Woher will ich wissen, dass ich tatsächlich geschafft habe, wonach ich schon seit Monaten strebe?
Ich muss meine Forschungen fortführen. Ich muss mir eine Möglichkeit ausdenken, wie ich meine Annahmen verifizieren kann.

Freitag, 6. Oktober 1876
Warum bin ich nicht sofort darauf gekommen? Muss ich doch nur einen Gegenstand in meine eigene Vergangenheit schicken, um dokumentieren zu können, dass gelungen ist, was unmöglich scheint.
Die Zeitung vom 8. Oktober, die ich mir selbst geschickt habe, hat dies eindrücklich bewiesen. Nun muss es mir nur noch gelingen, lebende Objekte zu verschicken.

Montag, 13. November 1876
Wo liegt der Fehler? Wodurch ist die Maus gestorben? Ich verstehe das nicht.

Sonntag, 24. Dezember 1876
Heute ist die 100. Maus während der Transition verstorben.

Samstag, 27. Januar 1877
Sinnlos. Ich muss die Maschine neu justieren, bevor ich weitere Mäuse verschwende.

Sonntag, 18. Februar 1876
Ich habe die Justierung heute abgeschlossen. Morgen beginne ich wieder mit den Experimenten. Möge Gott mir beistehen!

Dienstag, 20. Februar 1877
Die Maus lebt. Heureka!

Freitag, 16. März 1877
Schon wieder nach zwei Tagen verstorben. Wo ist der Fehler?

Donnerstag, 12. April 1877
Objekt Nummer 316 lebt nun schon 18 Tage.

Samstag, 5. Mai 1877
Endlich! Der Durchbruch! Die letzten drei Mäuse leben nun schon drei Wochen seit ihrem Ausflug in die Vergangenheit. Soll ich es wagen? Morgen jährt sich Eleanors Todestag. Kann es eine passendere Gelegenheit geben?

Sonntag, 6. Mai 1877
Oh Gott im Himmel! Steh mir bei!
Ich kann nicht schlafen, kann nicht essen, kann nicht denken, nicht still sitzen.
Nun, da die Gelegenheit Eleanors Leben zu retten in greifbare Nähe gerückt ist, weiß ich nicht, was ich tun soll. Wie soll ich sie retten? Allein nur dort zu sein am Ort des Geschehens, wird das, was geschehen ist, nicht ändern.
Nur, indem ich eingreife, kann ich ändern, was passiert ist. Das „wie“ ist die entscheidende Frage. Wie kann ich verhindern, dass die Pferde der Kutsche sie niedertrampeln? Indem ich die Richtung des Fuhrwerks ändere? Indem ich die scheuenden Pferde ablenke? Oder indem ich Eleanor in Sicherheit bringe?
Wie lange vorher muss ich eingreifen? Ab wann darf ich eingreifen? Wie weit kann ich gehen, ohne das Zeitgefüge zu stark zu ändern?
Der Fragen sind zu viele. Ich kann sie nicht beantworten, ohne gesehen zu haben, was mich bewegt. So will ich nur an den Zeitpunkt reisen, um zu schauen. Das „wie“ werde ich dann in Ruhe zuhause entscheiden.

Sonntag, 6. Mai 1877
Falsch, falsch, alles falsch.
Oh süßer, bitterer Augenblick, da ich sie in meinen Armen hielt. Oh Eleanor! Geliebte Eleanor!
Wie konnte ich nur einen Moment ernsthaft daran glauben, dort stehen zu können, um nur zu zusehen? Welcher Mann wäre schon so hartherzig? Wer könnte den Tod der Liebsten ertragen, ohne den Wunsch zu verspüren, helfend einzugreifen? Wie konnte ich nur so töricht sein?
Ein Leben für ein Leben. Ist das nicht recht und billig? Und wer in Gottes Namen gab mir das Recht zu entscheiden, wer leben darf und wer von beiden sterben muss?
Sie lebt. Ist das nicht alles, was mich interessieren sollte. Mein Herz sollte singen vor Freude. Ich sollte tanzen, jubilieren und Gott, meinem Herrn, Dankeshymnen schreiben.
Stattdessen sitze ich hier und beuge mich unter der Last meines Gewissens. Frevler.
Trotzdem. Ich muss sie sehen, muss mich vergewissern, dass es ihr tatsächlich gut geht. Oh, könnte ich doch nur bewirken, dass sich alles zum Guten wendet.

Montag, 7. Mai 1877
Wie vertraut und doch so fremd. Wie nah und doch so fern. Ein Jahr ist vergangen seit ihrem Tod und sie weiß nichts davon. Warum ich mich so lange von ihr ferngehalten habe. Ob ich sie vergessen hätte.
Wie könnte ich? Habe ich doch jede Nacht nur von ihr geträumt. Galt jeder Atemzug, den ich seitdem getan habe, nur ihrer Rettung. Und doch verstehe ich ihre Rüge.
Wen wundert es, dass ein anderer um ihre Hand gefreit hat? Nun habe ich sie gerettet und kann sie trotzdem nicht in meine Arme schließen. Ist das die Strafe dafür, dass ich ein anderes Leben zerstört habe? Dass ich mich erdreistet habe, Gott zu spielen?
Die Antwort ist einfach. Ich muss zurück, um am Tag nach dem Unfall um ihre Hand anzuhalten. Was sollte sie davon abhalten angesichts ihres Retters „ja“ zu sagen.

Montag, 7. Mai 1877
Ich habe das Schicksal herausgefordert. Das „ja“ aus ihrem Mund zu hören, ist die Verdammnis wert. Was wird mich morgen im Jetzt erwarten, wenn ich zum Tee erscheine?

Dienstag, 8. Mai 1877
Töricht. Was habe ich erwartet? Mit meiner Werbung habe ich mein Fehlen nur noch schlimmer gemacht. Was soll sie von mir denken? Vor einem Jahr hört sie aus meinem Munde Liebesschwüre und dann kein Wort mehr, keine Silbe. Wie soll sie daran nicht verzweifeln?
Ich sah die Narben an ihren Handgelenken. Wie zart sie geworden ist. Eine zarte weiße Blume, so leicht zu zertreten. Ich muss mir eine Ausrede überlegen, um mein Fehlen zu erklären. Nie wieder möchte ich den Schmerz in ihren Augen sehen.
Wieso nur hat mein Parallel-Ich sie nicht geheiratet? Ich habe ihr „ja“ doch in meinem – nein, seinem – Tagebuch eigens erwähnt. Zusammen mit einer passenden Erklärung, weshalb ihm die Erinnerung daran fehlt.

Dienstag, 8. Mai 1877
Sie hat mir geglaubt. Ein Jahr der Trennung, um unserer Entscheidung sicher zu sein. Das wird erklären, weshalb ich mich ein Jahr nicht sehen ließ. Und Morgen ist das Jahr vergangen und wir können uns in die Arme sinken.
So Gott es will!

Mittwoch, 9. Mai 1877
Gott will es nicht!
Wie konnte ich es wagen, Schicksal zu spielen!
Krieg!
Drei Versuche und dreimal versagt. Weshalb habe ich die Zeichen des Krieges nicht schon vorgestern bemerkt? Weshalb erst heute? Weshalb …
Gott, Gott, ich verfluche dich! Schon wieder hast du sie mir genommen. Wie soll ich mit diesem Anblick leben? Ihr zerfetzter Leib in meinen Armen. Zu sehen, wie der Funken in ihren Augen erlischt.
Nein! Nein! Ich akzeptiere das nicht. Ich weigere mich. Es muss eine Lösung geben. Es muss. Was wäre mein Leben sonst noch wert.

Donnerstag, 10. Mai 1877
Es war leicht, sie am Tag des Bombenangriffs einfach auszuführen und so dem Schicksal zu entreißen, das ihr zugedacht war. Nun wohnt sie bei ihrer Tante. Aber wer kann mir schon garantieren, dass sie mir morgen nicht schon wieder entrissen wird. Die Luftschiffe stehen am Horizont. Ich kann die Explosionen des nachts von meinem Fenster aus sehen. Wie konnte es dazu kommen?
Das ist keine Lösung. Ich muss herausfinden, wie der Krieg ausgelöst wurde. Papiere, alte Zeitungen. Irgendwo muss etwas stehen, das mir die Richtung weist. Was habe ich denn schon verändert? Nur ihr Leben gerettet, das, das mir so viel wert war.
Und ein anderes dafür vernichtet. Ist das der Grund? Muss ich nur das Leben retten, das an ihrer Stelle gestorben ist?

Freitag, 11. Mai 1877
Ich habe das Haus meines Parallel-Ichs durchsucht und die Antwort gefunden. Mein Parallel-Ich hat versucht, den Krieg zu verhindern. Denn ebenso wie ich konnte er nicht ohne Eleanor leben. Wie ich hat er sie im Krieg verloren, als das Haus, in dem sie gemeinsam lebten, zerstört wurde.
Den Tod des Mannes zu verhindern, dessen Nichtexistenz den Krieg auslöste, war nur folgerichtig, um Eleanor zu retten. Ebenso sich selbst aus der Zukunft den Auftrag zu geben, eine Zeitmaschine zu erfinden.
Heirate sie nicht, war sein zweiter Auftrag an sich selbst. Und über dem Versuch, die Liebste zu retten, hat er sie verloren.
Armer Narr! Muss ich nun korrigieren, was du nicht vermocht hast.

Samstag, 12. Mai 1877
Oh welch Unglück!
Ich hätte damit rechnen müssen, dass mein Parallel-Ich mir in die Quere kommt. Der Mann, dessen Nichtexistenz den Krieg auslöst, ist zwar gerettet, doch was habe ich angerichtet? Ich? Oder er – mein anderes Ich, das ich nicht kenne? Sei es, wie es sei. Das Fuhrwerk jagte in die Menschenmenge und riss vier Leben in den Tod.
Ich habe ihr Gesicht gesehen, so voller Angst und Schrecken. Sie lag in den Armen meines anderen Ichs. Hat sie mich etwa erkannt? Hat mein anderes Ich schnell genug reagiert, um sie von meinem Anblick abzulenken? Warum nur habe ich nicht daran gedacht, mich zu verkleiden? Ich hätte damit rechnen müssen, dass dergleichen passieren kann.
Was nun? Oh Herr im Himmel! Egal, was ich tue, das Ergebnis scheint sich von Mal zu Mal zu verschlechtern. Ich wage nicht aus dem Fenster zu sehen, aus Angst vor dem, was ich erblicken könnte. Noch mehr Luftschiffe, die London bombardieren? Gar eine brennende, zerstörte Stadt?
Wehe mir!

Sonntag, 13. Mai 1877
Kein Krieg. Kein Krieg. Eleanor wohnt bei ihren Eltern. Ich war so erleichtert, dass mir die Tränen kamen. Allein das schlechte Gewissen, dass für diese Wendung vier Menschen sterben mussten, quält mich.
Ich kann es kaum erwarten, Eleanor zu treffen.

Montag, 14. Mai 1877
Sie ließ mich nicht ein. Ich wurde der Tür verwiesen. Was hat das Schicksal noch für mich auf Lager?
Warum nur? Weshalb? Es muss mit der neuerlichen Wendung zu tun haben. Wie kann ich herausfinden, was geschehen ist?
Ein neuerlicher Ausflug in die Vergangenheit? Ein kurzer Besuch, bevor ich ihr den Antrag machte? Die Idee ist gut. Wo sind meine Notizen? Ich muss gut aufpassen, dass ich nicht meine Wege kreuze.

Montag, 14. Mai 1877
Es ist, wie ich vermutet habe. Sie hat mich gesehen und zur Rede gestellt. Für ein Monstrum hält sie mich. Wider die Schöpfung würde ich mich vergehen. Den Zwillingsbruder hat sie mir nicht einmal ansatzweise geglaubt. Drei Ausführungen von mir hat sie an jenem Unglückstag entdeckt.
Vorbei. Aus. Sie will mich nicht mehr sehen. Ich muss verhindern, dass sie mich erkennt. Das ist der einzige Weg.

Dienstag, 15. Mai 1877
Sie ist tot. Und vier Menschen mit ihr. Ich habe mein eigenes Ich abgelenkt und dadurch Eleanors Tod erneut herauf beschworen.
Gott im Himmel, was habe ich verbrochen? Ich will doch nur mit ihr gemeinsam glücklich werden. Ist das zu viel verlangt? Gibt es denn keine Lösung, in der wir Seite an Seite alt werden können?
So viele Male befand ich mich nun schon am Ort des Geschehens, dass ich nicht mehr weiß, wie ich mir selbst ausweichen soll, wenn ich erneut eingreife.
Vor allen Dingen: Wo soll ich eingreifen, ohne die Schicksalsfäden noch mehr zu verwirren?

Mittwoch, 16. Mai 1877
Ich werde sie davon abhalten, sich dort aufzuhalten. Warum ist mir diese Variante nicht schon früher eingefallen? War ich so verliebt in die Idee, ihren Retter zu spielen?

Freitag, 18. Mai 1877
Gott ist ein Scheusal!
Warum nur?
Nach zwei Tagen kann ich endlich wieder klar denken. Ich hätte die Kutsche erkennen müssen, in die wir stiegen, um zur Oper zu fahren. Habe ich sie doch wahrlich oft genug gesehen. Manchmal glaube ich, das Schicksal spielt ein grausames Spiel mit mir. Als wolle es mir zuraunen, dass auch die Manipulation der Zeit nichts am Ausgang ändern wird.
Dass Eleanor tot ist. Und wir nicht zusammen kommen können.
Was bleibt mit noch? Sind wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft? Habe ich nichts übersehen? Es muss doch eine Variante geben, in der ich sie in meinen Armen halten kann und mit ihr glücklich werde.

Mittwoch, 23. Mai 1877
Es scheint eine Möglichkeit zu geben, um Eleanor zu retten. Wenn ich dazu bereit bin, auf sie zu verzichten. Doch was ist schon ein Leben ohne sie? Leer und trist. Ein grauer Morgen reiht sich an den anderen. Ist es da nicht besser, tot zu sein?
Soll ich es wagen? Oh Eleanor!

Donnerstag, 24. Mai 1877
Ich habe den Schauplatz noch ein letztes Mal genau observiert. So, wie ich es gleich hätte tun sollen. Und ich weiß nun die Lösung. Um das Fuhrwerk zu stoppen, muss nur eine Person sterben. Diejenige, die sich ihm in den Weg stellt.
Dann werden die Pferde der Kutsche nicht scheuen. Dann wird das Fuhrwerk nicht in die Menge jagen. Dann wird Eleanor verschont.
Dort, wo ich es aufhalten kann, ist die Straße leer.

Freitag, 25. Mai 1877
Gott, ich habe Angst. Bitte vergib mir, denn ich habe gesündigt. Dies ist der Versuch, meine Sünden wieder gut zu machen.


London, 5. Mai 1876
Liebste Eleanor,

wenn du diese Zeilen liest, dann bin ich tot. Ein Leben ohne dich erschien mir nicht lebenswert. Mein Tod war die einzige Lösung, um wenigstens dich zu retten. Vergiss mich nicht.

Dein dich über alles liebender
Leopold

Szenentrenner


veröffentlicht in "Geheimnisvolle Geschichten 2 - Steampunk", Saphir im Stahl Verlag, 2011

10. Jan. 2015 - Petra Jörns

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