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12 Days

12 DAYS

Buch / US-Manga

June Kim
12 Days
12 Days, USA, 2007
Tokyopop, Hamburg, 12/2007
TB, US-Manga, Drama, 978-3-86719-311-5,192/650
Übersetzung aus dem Englischen von Aranka Schindler
www.Tokyopop.de
www.nofishentertainment.com

Obwohl June Kim gebürtige Koreanerin ist und ihr Studium nur in New York fortsetzte, ist sie in den Staaten geblieben und hat dort mehrere Geschichten in angesehenen Magazinen veröffentlicht. Zurzeit arbeitet sie als freie Illustratorin und hofft auf die Chance, professionelle Comic-Zeichnerin zu werden.

„12 Days” ist ihr Debüt-Manga, dessen Veröffentlichung in Deutschland fast zeitgleich mit der in Amerika stattfindet. June Kim erzählt die Geschichte der jungen Jackie. Diese beschließt, nachdem ihre Ex-Freundin Noah durch einen Verkehrsunfall gestorben ist, auf ganz besondere Art und Weise von ihr Abschied zu nehmen.
Sie lässt sich von Nick, Noahs Bruder, die Asche der Toten bringen und beginnt, die in Saft oder Wasser aufgelöste Asche zu trinken. Zwölf Tage lang will sie sich so noch einmal an die glückliche Zeit, die sie mit der Freundin verbracht hat, erinnern und sie dann endgültig aus ihrem Leben verbannen, um ein neu zu beginnen.
Doch ist das wirklich so einfach, wie sie denkt?
Schon an den ersten Tagen spürt sie, dass die wehmütigen Bilder nicht aus ihrem Kopf weichen wollen, denn sie entsinnt sich gern der komplizierten und eigensinnigen Noah, mit der sie viele Höhen und Tiefen erlebt hat, aber doch immer durch dick und dünn gegangen ist. Diese ist immer noch allgegenwärtig, und sie scheint nach ihr zu rufen.
So sucht Jackie immer öfter das Gespräch mit Nick, der ähnlich wie sie fühlt und denkt. Er wird zu ihrem Komplizen und beteiligt sich immer intensiver an dem Ritual. Bis zu dem Tag, an dem es zur Katastrophe kommt.

Obwohl sie Koreanerin ist, besitzt June Kim einen sehr amerikanischen Stil, wie man ihn vor allem in den Independent-Comics finden kann. Genau so eigenwillig ist auch ihre Liebesgeschichte, die nicht den üblichen Pfaden folgt, sondern ganz andere Wege geht, als man gewohnt ist. Auch wenn die vorherrschende Stimmung eher melancholisch ist, so betrachtet Jackie ihre Freundin doch eher nüchtern und erwachsen als in irgendeiner Form verträumt und wehmütig. Sie denkt in ähnlich komplizierten Wegen wie die nun tote Noah und ist genauso unberechenbar wie sie.
June Kim schildert ihre Geschichte sehr ruhig und in klaren Bildern. Sie legt sehr viel Wert auf die Darstellung der Figuren und platziert sie im Mittelpunkt der Erzählung, die sehr stark alltägliche Dinge hervorhebt und keine außergewöhnlichen Wendungen herauf beschwört.
Man merkt sehr schnell, dass hinter „12 Days” nicht nur seichte Unterhaltung steckt. Man muss schon sehr genau lesen, um den verborgenen Zauber der Geschichte zu entdecken und denkt unwillkürlich über das nach, was die Künstlerin in schönen, aber melancholischen Stimmungsbildern, die immer wieder in einander fließen, vermitteln will.

Heraus kommt ein sehr erwachsener Comic, der sich vor allem an ältere Leser im Studentenalter richtet, die sich gerne die Zeit nehmen wollen, auch die Botschaft zwischen den Zeilen zu lesen, und nicht nur auf pure Unterhaltung aus sind. Wer schwülstige Romantik, Liebesschwüre oder gar Action und Abenteuer wünscht, sollte daher lieber die Finger von „12 Days” lassen.

23. Dez. 2007 - Christel Scheja

Der Rezensent

Christel Scheja

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