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Dreams and Nightmares Vol. 2

DREAMS AND NIGHTMARES VOL. 2

Buch / Comic und Dark Fantasy-Fanzine

Vee Jas (Tanja Meurer und Juliane Seidel)
Dreams and Nightmares Vol. 2
Comic und Dark Fantasy-Fanzine im A5-Format, 06/2007, 124/600
Titelillustration von Tanja Meure
Innenillustrationen von Tanja Meurer und Juliane Seidel
Bezug: Juliane Seidel: koriko@gmx.de
www.vee-jas.de
www.tanja-meurer.de
www.juliane-seidel.de

Ganz der Dark Fantasy in all ihren Ausprägungen - ob nun der klassischen oder der durch Animes und Mangas geprägten - verschrieben, haben sich Tanja Meurer und Juliane Seidel, die zusammen das Team Vee-Jas bilden, hin und wieder Gemeinschaftsprojekte gestalten, aber in ihrer künstlerischen Identität trotzdem weitestgehend unabhängig bleiben und nicht zu einer Einheit verschmelzen. Das wird auch in der zweiten Ausgabe ihres Fanzines „Dreams and Nightmares” deutlich.

Auf 120 Seiten präsentieren sie drei ihrer Comicgeschichten, Illustrationen und auch zwei Erzählungen, mit denen sie in die mystische Welt unsterblicher Wesen und düsterer Schicksale entführen. Immer wieder spielt auch die Liebe zwischen zwei jungen Männern eine bedeutende Rolle.
Getreu den fernöstlichen Vorbildern sind die Comics in japanischer Leserichtung, also von hinten nach vorne und rechts nach links gehalten. „Nanashi” von Juliane Seidel und Tanja Meurer erzählt von einem jungen Künster, der das Inferno in seiner Seele auf die Leinwand bannt und doch keine Ruhe findet. Er will sich schließlich das Leben nehmen, doch ein geheimnisvoller Fremder verwickelt ihn in ein Gespräch.
„Lacrima Mosa“ von Tanja Meurer: Der junge Marius leidet ziemlich unter der Ausgrenzung und dem Spott durch diejenigen, die seine Homosexualität nicht tolerieren können und deshalb keinen Augenblick auslassen, um ihm weh zu tun. Er glaubt sich alleine gelassen, bis ihm seine Tante Edith durch Erzählungen aus ihrer Jugend klar macht, dass sie ihn nur all zu gut verstehen kann.
Beide Bildergeschichten sind zwar in der Gegenwart angesiedelt, über ihnen liegt aber eine mystische und unwirkliche Atmosphäre.
Handfester ist da „20.000 Zeilen über dem Meer“ von Juliane Seidel. Jules Verne ist gestorben, aber er hat sein Vermächtnis in Form seiner Tagebuchaufzeichnungen hinterlassen. Die Erben, die den Nachlass sichten, staunen nicht schlecht, denn die Erlebnisse aus „20.000 Meilen unter dem Meer” scheinen nicht unbedingt alle erfunden zu sein...
Alle drei Comics setzen auf detailreiche und versponnene Bilder, die allein schon eine Geschichte erzählen. Wichtig sind stets die Charaktere - Action und Bewegung ist nur sehr selten zu finden -, da es mehr auf die Gesten, die Mimik und die Komposition der Panels ankommt. Sie besitzen eine intensive Ausstrahlung, die einen nachdenklich und berührt zurücklässt.

Acht Illustrationen trennen die - nun wieder in westlicher Leserichtung zu genießenden Erzählungen von den Bildergeschichten. Die aufwendigen und detailreichen Zeichnungen von Tanja Meurer zeigen zumeist langgliedrige und überschlanke Männer mit schmalen, fast androgynen Gesichtszügen.
Marcel Sardou, der Sohn eines reichen Geschäftsmanns und enfant terrible der Pariser Gesellschaft, und Enrique Baptiste, der aus eher einfachen Verhältnissen stammt, könnten unterschiedlicher nicht sein. Und doch fühlen sie sich trotz aller Vorurteile zueinander hingezogen. Vor allem Enrique hat Schwierigkeiten, Marcel zu akzeptieren, den er für einen verzogenen Snob hält. Bis er eines Besseren überzeugt wird. „Regenzeit” von Juliane Seidel zeigt, wie sie zusammen kommen und Liebe alle Standesgrenzen überwindet.
Viel fatalistischer und düsterer sieht Tanja Meurer in „Blutmond” die Leidenschaft des uralten Unsterblichen Saurvas, vor dem Kim Wiegand, der ebenfalls kein Mensch ist, immer mehr Angst bekommt. Denn Vampire sind in ihrem Wesen wie auch in ihrer Macht grundverschieden. Einen Vorgeschmack hat Wiegand schon einmal zu spüren bekommen, und das verunsichert ihn zutiefst, denn nun ist nicht allein er in Gefahr sondern auch die Wesen, die er am meisten auf der Welt liebt.

Man merkt es schon an den Beschreibungen – „Dreams and Nightmares” wendet sich vor allem an Freunde düsterromantischer Fantasy und Phantastik, für die Homosexualität zum einen kein Tabuthema ist und die zum anderen aber auch nicht unbedingt eindeutige Beschreibungen und Darstellungen der Leidenschaft haben müssen. Tanja Meurer und Juliane Seidel genügen Andeutungen, um einen wohligen Schauer über die Haut rinnen zu lassen. Künstlerisch bieten sie in Wort und Bild eine hohe Qualität, die sich mehr als sehen lassen kann.

27. Feb. 2008 - Christel Scheja

Der Rezensent

Christel Scheja

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