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Startseite > Rezensionen > Elmar Huber > Bizarro Fiction > ULTRA FUCKERS

ULTRA FUCKERS

ULTRA FUCKERS

Carlton Mellick III
Roman / Bizarro Fiction

Festa-Verlag
Originaltitel: Ultra Fuckers

Fester Einband, 110 Seiten
ISBN: 978-386552122-4

Jun. 2011, 1. Auflage, 14.80 EUR
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- Er sieht eine Frau in einem der Häuser, die ihn beobachtet, Sie sieht aus, wie eine der Dumpfies mit den asiatischen Gesichtszügen, aber sie trägt ein schwarzes Lederkostüm und hat einen Irokesenhaarschnitt aus zuckenden Goldfischen. -

INHALT:

Auf dem Weg zu einer Party verfahren sich Tony und Tammi in der monotonen Neubausiedlung Eagle Hills, wo jede Straße, jedes Haus und sogar alle Bewohner einander gleichen. Nach einer stundenlangen Irrfahrt durch die fast menschenleere Gleichförmigkeit verschwindet Tammy plötzlich und Tony sucht alleine seinen Weg aus dieser Wohnwüste. Doch plötzlich tauchen die „Ultra Fuckers“ auf, randalierende Punks mit eigener Sprache, die nur eins im Sinn haben: „ULTRA-JET-LIFESTYLE!!! ROCK ’N ROLL!!!“


- Tony hängt mit den Ultra Fuckers in der geschlossenen Wohnanlage Eagle Hills ab; er trinkt Wodka in großen Mengen und ist einhundertzweiundzwanzig Stunden und elf Minuten zu spät zu einer Dinnerparty. -

MEINUNG:

Wie durch einen kafkaesken Albtraum bewegt sich Tony durch die nahezu verwaisten Straßen von „Eagle Hills“, bevor er plötzlich auf einen zerstörten Straßenzug und kurz darauf auf die „Ultra Fuckers“ trifft, die für die Verwüstungen verantwortlich sind. Nach seiner langen, vergeblichen Irrfahrt durch die klinische Monotonie erscheinen ihm diese Randalierer als Anker der Normalität. Ordnung und Chaos tauschen plötzlich die Plätze. Was zunächst organisiert und geordnet erscheint, wirkt plötzlich auf unbestimmte Weise bedrohlich, non-konforme Plünderer und Vergewaltiger dagegen vermitteln Sicherheit und Schutz auf dem unendlichen und fremdartigen Terrain von „Eagle Hills“. Und gemeinsam werden Tony und die Fuckers einer Bedrohung gewahr, die die ganze Erde auslöschen könnte.

ULTRA FUCKERS schildert einen normalen Abend, der plötzlich ins Absurde kippt. Als hätten David Lynch und Takashi Miike gemeinsam eine Episode der Simpsons inszeniert.
Am Ende sind Tony und die „Ultra Fuckers“ - trotz der anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten - so etwas wie Freunde. Sie haben gemeinsam eine neue Welt aus Chaos erschaffen, Kawai Kazuki bekommt sein Mädchen und Tony reitet in den Sonnenuntergang und (möglicherweise) wieder in die Arme seiner Liebsten.

Im Subtext spart CM3 nicht mit massiven Seitenhieben auf den American Way of Life und die Konformität und Berechenbarkeit, die allerorten gewünscht wird. Geduldig lässt sich Tony über 100 Stunden durch die gleichförmige Siedlung – ein Bild des weitestgehend genormten Alltags - treiben, bevor er auf die „Ultra Fuckers“ trifft. Selbst das Verschwinden seiner Frau nimmt er fast stoisch zur Kenntnis.

Formal ist ULTRA FUCKERS so konzentriert, wie es nur sein kann. CM3 bezeichnet sich selbst im Vorwort als „Wegstreicher“. Dabei schafft es der Autor trotz aller Kürze, seinen Personen Leben einzuhauchen und sie dem Leser nahe zu bringen. Nur so kann die Absurdität der Handlung auch ihre volle Wirkung entfalten.


- Die Ultra Fuckers sind einverstanden, mit Tony zu kommen. Wenigstens glaubt er, dass sie einverstanden sind. Als er sie gefragt hat, war Kawais Antwort jedes Mal wieder „Häh? Weg aus krankem Scheiß? Rock ’n Roll!“ Für Tony klang das wie eine Zustimmung. -


Wie schon DIE KANNIBALEN VON CANDYLAND ist auch die zweite deutsche Veröffentlichung einer CM3-Novelle ein kleines Schmuckstück geworden: ein schmales, sehr solide gearbeitetes Hardcoverbändchen in „Lederoptik“, gedruckt auf orangem Papier mit Lesebändchen. Ed Mironiuks Covergirl, das „Ein-Auge-Jet-Mädchen“ (vom amerikanischen Original übernommen), ist eine mehr als würdige Nachfolgerin der zuckersüßen Jujube vom „Kannibalen“-Cover.
Ergänzt wird ULTRA FUCKERS von einem ausführlichen Interview, das Christian Endres (SHERLOCK HOLMES UND DAS UHRWERK DES TODES, DIE ZOMBIES VON OZ) mit dem CM3 führt und diesen von einer unerwartet ernsthaften Seite zeigt. Weiterhin schrieb Christian Endres noch einen kurzen Abriss über „Bizarro“ im Allgemeinen und CM3 im Besondern.

01. Aug. 2011 - Elmar Huber

Der Rezensent

Elmar Huber
Deutschland

Total: 434 Rezensionen
April 2014: 6 Rezensionen

(* 1972) kann sich noch dunkel an den "phantastischen Film" im Nachtprogramm des ZDFs erinnern, der damals (nicht zuletzt aufgrund des Zeichentrickvorspanns) schon eine gewisse Faszination ausübte.
Literarische Phantastik-Lesevers...

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