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FreakOut - Eine Wahnsinnsgeschichte

FREAK OUT

Barbara Imgrund
Roman / Psycho-Drama

RedSign - Media

eBook, 154 Seiten

Sep. 2014, 2.99 EUR

Inhalt:
Die Journalistin Vera quartiert sich für zwei Wochen in der Psychiatrischen Klinik St. Georg ein, um für ihre Zeitung über die Patienten und Therapien dort zu berichten.
Sehr bald schon lernt sie „ihre Gruppe“ kennen. Ein bunt zusammengewürfelter Trupp unterschiedlicher Psychosen, der durch den Zusammenhalt und die Verantwortung füreinander sich gegenseitig in der Therapie unterstützen soll. Da ist der blinde Brix, bei dem niemand weiß, warum er nicht mehr sehen kann, da er physisch völlig gesund ist. Undine, die ihr Gedächtnis verloren hat. Ylvie, die kleine Wölfin, mit der Magersucht. Und Philine/Lilith, die an einer Persönlichkeitsspaltung leidet. Doch im Mittelpunkt steht vor allem der authistische Cedric.
Vera ist anfangs schockiert und noch ein wenig ablehnend. Da ist auch Dr. Morus erstmal keine Hilfe, der sie mit seinen Andeutungen verwirrt und weniger ein Interview mit ihr zu führen scheint, denn eine Therapiesitzung abzuhalten versucht.
Ganz langsam ergründet Vera die Gefühlswelt und die Seelen ihrer Gruppenkameraden – und findet so auch schließlich sich selbst.

Meinung:
FreakOut ist keine leichte Lektüre. Dafür ist sie einfach zu nah an der Realität einer Psychiatrie und den dort behandelten Krankheitsbildern. Die Autorin hat sich gut informiert und stellt jede einzelne Figur mit ihrer Geschichte nicht nur glaubhaft, sondern auch emotional dem Leser sehr nah vor. Das erschreckt und beängstigt zuweilen beim Lesen, weil der flüssige Schreibstil einen vollkommen mitnimmt und so tief ins Geschehen zieht.
Relativ früh beginnt man zu ahnen, dass auch hinter Vera mehr steckt, als es auf den ersten Blick scheint. Doch mit der Auflösung rechnet man bis zum Schluss nicht.
Nicht immer ganz stimmig sind die Gedanken von Cedric, weil sie stellenweise doch zu gut durchdacht für das kindliche Authistengemüt rüberkommen. Und auch der Perspektiv- und Zeitenwechsel innerhalb der Geschichte ist nicht immer glücklich gewählt, sondern oft irritierend.
Insgesamt überzeugen die Figuren und ihre Geschichten, sind erschreckend real gezeichnet. Dass der Roman dennoch bei solch einem Thema nie trocken oder langatmig rüberkommt, unterstreicht Stil und Geschick der Autorin, eine solche Handlung aufzubauen und darzustellen.
Sicher nicht für den breiten Mainstream geeignet, weil es nicht jedem liegen dürfte, sich in dieser Weise mit psychischen Krankheitsbildern auseinanderzusetzen. Die Autorin verzichtet bewusst auf Splatter- und Schockelemente, auf den hochintelligenten Massenmörder oder den sadistischen Psychopathen, die man sonst in Psychoromanen so häufig findet. Die Stärke von FreakOut ist der Blick auf die Menschen und in ihre Seelen. Das Begreifen des Warums und das Verstehen des Schicksals, welches dahinterliegt.

Aufmachung:
FreakOut ist bisher nur als ebook erschienen. Das Layout ist sauber und übersichtlich, der Text enthält nahezu keine Rechtschreibfehler. Das Cover hat keinen echten Bezug zur Geschichte und ist nicht optimal gewählt. Die gelbe Farbe der Schrift im Rot-Orange-Gelb eines „brennenden Himmels“ sticht zu wenig hervor. Die Schriftart und –größe von Autorennamen, Titel und Untertitel sind nicht gut aufeinander abgestimmt. Insgesamt kommt das Cover zu grell und gleichzeitig zu leer rüber. Da wäre es für eine Print-Version sinnvoll, dieses komplett zu überarbeiten und ein anderes Motiv zu wählen.

Fazit:
Ein Roman, der einen auch lange nach dem Lesen nicht loslässt. Der es versteht, dunkle Kammern im Inneren des Leser zu öffnen, von denen man glaubt – und hofft – dass sie gar nicht da sind.
Tragisch, authentisch, berührend, aufwühlend. Und am Ende mit der Erkenntnis, wie schmal der Grat ist, auf dem wir täglich wandeln.

16. Nov. 2012 - Tanya Carpenter

Der Rezensent

Tanya Carpenter
Deutschland

* 17. März 1975
Website: http://www.tanyacarpenter.de
Total: 78 Rezensionen
Dezember 2017: keine Rezensionen

Tanya Carpenter stellt sich vor:
Die Autorin wurde am 17. März 1975 in Mittelhessen geboren, wo sie auch heute noch in ländlichem Idyll lebt und arbeitet. Die Liebe zu Büchern und vor allem zum Schreiben entdeckte sie bereits als Kind und hat diese nie verloren.

Ihr erster Roman „Tochter der Dunkelheit̶...

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