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Die Jagdgesellschaft von Billingshurst

DIE JAGDGESELLSCHAFT VON BILLINGSHURST

Peter Jackob
Novelle / Krimi

Gollenstein Verlag

Taschenbuch, 208 Seiten

Feb. 2013, 1. Auflage, 12.90 EUR
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April 1895
Sherlock Holmes und Dr. Watson bekommen in der Baker Street Besuch von Mr. John Drummond, der dringend die Hilfe des beratenden Detektivs benötigt. Vor zwei Tagen, am Samstag den 11. April, hatte John Drummond eine Jagd veranstaltet zu der er vier enge Freunde geladen hatte: Dr. August Franklin, Andrew Whitelane, Sir Thomas Winston und Timothy Manrow. Alles verlief wie gewohnt, bis die Jagdhunde auf dem Anwesen Drummonds schließlich eine halbverweste Frauenleiche ausgruben. Die Identität der Frau ist noch unbekannt und niemand kann sich erklären, woher die Leiche stammt, warum die Hunde überhaupt frei waren und weshalb sie ausgerechnet an dieser Stelle die Erde umgruben, so dass die Leiche unweigerlich gefunden werden musste. Sherlock Holmes wittert ein Komplott und liegt damit natürlich goldrichtig, denn bereits kurz nach seiner Rückkehr nach Billingshurst wird John Drummond wegen dringenden Mordverdachts verhaftet. Sherlock Holmes und Dr. Watson zögern keine Sekunde ebenfalls nach Billingshurst zu reisen, um die Ermittlungen vor Ort aufzunehmen. Der leitende Beamte Inspektor Strutton ist jedoch alles andere als erfreut, als er den beratenden Detektiv aus London sieht und gibt Holmes deutlich zu verstehen, dass seine Dienst nicht erwünscht seien. Das hält Holmes jedoch nicht davon ab, die Spuren weiter zu verfolgen. Dabei ist ihm ein relativ junger Zweig der Wissenschaft und Kriminalistik äußerst hilfreich, nämlich die forensische Entomologie. Mit ihrer Hilfe findet der Detektiv nicht nur heraus, wo das Opfer ermordet wurde, sondern auch wann und wie lange es schließlich bereits in Billingshurst vergraben lag, ehe die Leiche gefunden wurde. Doch mittlerweile sind die Beweise gegen Drummond erdrückend geworden. An der Fundstelle der Leiche wurde ein Siegelring des Verdächtigen gefunden, und außerdem scheint die Tote eine Frau gewesen zu sein, die eine Affäre mit einem Mann gehabt hatte, auf den die Beschreibung Drummonds ziemlich gut zu passen scheint. Die Verhandlung naht und für Sherlock Holmes und Dr. Watson werden die Ermittlungen zum Wettlauf gegen die Zeit.

Meinung:

„Die Jagdgesellschaft von Billingshurst“ ist Peter Jackobs erster Sherlock-Holmes-Roman und erscheint bei Gollenstein bereits in der zweiten, überarbeiteten Auflage. Die erste Ausgabe erschien 2007 im Konrad-Kirsch-Verlag, sah aber auf den ersten Blick wie eine Lektüre für Waidmänner oder ein Notenbuch für Jagdhornbläser aus. Die Neuauflage ist bereits auf den ersten Blick als Sherlock-Holmes-Roman erkennbar. Die Silhouette mit Pfeife und Deerstalker ist unverkennbar, obwohl es keine feste Vorlage oder Schablone für selbige gibt. Auf der Rückseite des Taschenbuchs, unter dem Klappentext, hält die Silhouette übrigens ein Vergrößerungsglas in der Hand. Damit sind die klassischen Attribute, mit denen Holmes auch von Nicht-Fans sofort in Verbindung gebracht wird, auf dem ansonsten recht minimalistischen Umschlag vertreten. Inhaltlich wird ein klassischer, englischer Kriminalfall des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts erzählt. Und britischer als eine Jagdgesellschaft könnte der Kreis der Verdächtigen gar nicht sein. Peter Jackob hat für seinen Roman äußerst sorgfältig recherchiert und den Fall sehr behutsam in den bestehenden Kanon von Doyle eingefügt. Auch in Punkto Stil und Dramaturgie hat er sich den geistigen Schöpfer von Holmes als Vorbild genommen. Ein neuer und äußerst interessanter Aspekt ist allerdings die Affinität des Detektivs zur forensischen Entomologie, sehr zum Leidwesen von Mrs. Hudson. Natürlich gibt es auch einen illustren Kreis von Verdächtigen, so dass der Roman auch durchaus zum Miträtseln einlädt. Erfrischend ist zudem die Bodenständigkeit der Geschichte. Der Autor versucht nicht das Rad neu zu erfinden, die Geschichte von Holmes umzuschreiben oder den Detektiv wieder einmal die halbe Welt retten zu lassen. „Die Jagdgesellschaft von Billingshurst“ ist ein unterhaltsamer und sehr atmosphärischer Kriminalroman, der die Figuren von Sir Arthur Conan Doyle im strengen Einvernehmen mit dem Kanon agieren lässt. Mit 198 Seiten reinen Romantextes besitzt die Geschichte übrigens den optimalen Umfang, denn länger waren selbst Doyles Novellen nicht. Ein ausführliches Personenverzeichnis und Anmerkungen zu Fällen aus dem Werk Doyles und bestimmten Begriffen die einer Erklärung bedürfen, vervollständigen den Band, der in keiner Sherlock-Holmes-Bibliothek fehlen sollte.

Fazit:

Das Wild ist auf, Watson! Ein klassischer Sherlock-Holmes-Roman, der das Wohlwollen von Sir Arthur Conan Doyle erregt hätte. Very british und sehr raffiniert in Szene gesetzt.

24. Apr. 2013 - Florian Hilleberg

Der Rezensent

Florian Hilleberg
Deutschland

* 03. März 1980
Website: http://www.florian-hilleberg.net/
Total: 2534 Rezensionen
Juni 2017: 3 Rezensionen

Im Jahre 1980 erblickte ich in Uelzen, einem kleinen malerischen Städtchen inmitten der Lüneburger Heide, das Licht der Welt.
Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf unweit meiner Geburtsstadt. Sehr früh schon interessierten und faszinierten mich die dunklen Mythen, die Dämonen und Untoten – und bald hie...

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