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Detroit Undercover

DETROIT UNDERCOVER

Lara Möller
Roman / Krimi

p.machinery
Covergrafik: Frank Lauenroth

Taschenbuch, 292 Seiten
ISBN: 978-394253364-5

Dez. 2015, 1. Auflage, 10.90 EUR
Bestellen: Jetzt bestellen / auch als eBook erhältlich

Tagsüber arbeitet Alec Boyd hart in einer Auto-Werkstatt, abends setzt er sich selbst hinter das Steuer. Doch er fährt nicht zum Spaß, denn Alec ist Fluchtwagenfahrer und dabei so gut und professionell, dass er den Bossen des organisierten Verbrechens auffällt, welches Detroit fest im Würgegriff hat.
Die mächtigste Organisation ist die Great Lakes Association und einer der Unterbosse, Ramesh Dewari, möchte Alec als Fahrer für spezielle Aufgaben engagieren und macht ihm ein Angebot, das dieser nicht ablehnen kann. Klar, dass darunter sein Privatleben leidet. Aber allzu viele soziale Kontakte hat Alec zum Glück auch gar nicht.
Doch schon bei der ersten Fahrt für die GLA gibt es Zoff mit der Konkurrenz. Offenbar will eine Organisation aus New York expandieren und hat sich Detroit als neues Betätigungsfeld auserkoren.
Schließlich wollen sie Alec sogar abwerben und haben ein paar wirklich schlagkräftige Argumente auf Lager. Aber Alec bleibt standhaft, denn er arbeitet nicht uneigennützig für Ramesh Dewari, mit dem er sich sogar ein wenig anfreundet. Aber die Spannungen zwischen den rivalisierenden Verbrecherorganisationen spitzen sich zu. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Pulverfass Detroit explodiert. Alec muss höllisch achtgeben bei dem sich anbahnenden Bandenkrieg nicht unter die Räder zu kommen.

Meinung:

„Detroit Undercover“ ist ein Thriller-Noir von einer aufstrebenden, jungen Autorin namens Lara Möller aus Hamburg. Dabei handelt es sich beileibe nicht um ihren Debütroman, denn die Schriftstellerin kann schon mit einigen Veröffentlichungen aufwarten, unter anderem drei Romane für das Rollenspiel-Universum SHADOWRUN, die auch im Heyne Verlag erschienen sind.
Mit „Detroit Undercover“ hat sich Lara Möller aber laut eigener Aussage einen kleinen Traum erfüllt. Angelehnt an den Stil moderner Filme und TV-Serien schrieb sie einen temporeichen, actiongeladenen Thriller, der im Gangster-Milieu von Detroit angesiedelt ist. Und schon auf den ersten Seiten gelingt es der Autorin hervorragend Nähe zwischen dem Leser und dem Protagonisten, der als echter Underdog eingeführt wird, herzustellen. Die Figur von Alec Boyd ist von Beginn an greifbar, seine Gefühle und Motivationen nachvollziehbar und seine Handlungen glaubwürdig. Saubermänner oder eine klare Trennung zwischen den guten Jungs und den Bad Guys sucht der Leser hier vergebens, vielmehr gelingt es der Autorin jede Randfigur mit Leben zu füllen, ohne dass es gezwungen wirkt. Dem Leser wird der Eindruck vermittelt, von echten Menschen zu lesen und bekommt keine klischeebeladenen Stereotpyen vorgesetzt. Nichtsdestotrotz merkt man dem Roman natürlich an, dass die Autorin sich beim Schreiben an einschlägigen Filmen und Serien orientiert hat. Entsprechend vorhersehbar ist die Handlung auch und gerade am Ende vermisst man die überraschende Wendung, den großen Aha-Moment oder den Sense-of-Wonder-Effekt.
Trotzdem bleibt die Geschichte eigenständig, spannend und kurzweilig bis zum Schluss. Auf jeder neuen Seite wird die Überzeugung bestärkt, dass Lara Möller weiß, wovon sie schreibt. Nicht zuletzt dank einer gewissenhaften Recherche.
Das bezieht sich vor allem auf die Struktur des organisierten Verbrechens, die Wirtschaftslage von Detroit und die Vorgehensweise der ermittelnden Polizeibehörden. Das gesamte Sujet wird authentisch beschrieben und wirkt an keiner Stelle konstruiert. Die Stärke aber liegt unbestritten in der Beschreibung der Charaktere und den Einblicken in ihre Gefühlswelt.
Nur beim Lektorat muss man Abstriche machen und leider hat man sich beim Verlag für die neueste Rechtschreibung entschieden, so dass sich der Leser mit der gewöhnungsbedürftigen Schreibweise bestimmter Wörter abfinden muss (Getto, Pappmaschee).
Doch auch Wortwiederholungen, verdrehte Satzstellungen und Stilblüten, sind dem Lektorat an einigen Stellen durch die Lappen gegangen. Den Lesefluss bringt es jedoch nur marginal zum Stocken, obwohl die Schrift ruhig ein klein wenig größer hätte sein können.

Aufmachung:

Das Taschenbuch ist etwas größer als das gängige Format, liegt aber gut in der Hand und wurde insgesamt hochwertig produziert. Das Cover, gestaltet von Frank Lauenroth (Autor von „Boston run“ und „Black Ice“), passt perfekt zum Setting des Romans.

Fazit:

Rasant geschriebener Thriller-Noir mit glaubwürdigen Charakteren und einer Story, die den Leser von Beginn an packt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Vor allem bei den Figuren beweist Lara Möller viel Einfühlungsvermögen.

20. Mar. 2016 - Florian Hilleberg

Der Rezensent

Florian Hilleberg
Deutschland

* 03. März 1980
Website: http://www.florian-hilleberg.net/
Total: 2558 Rezensionen
Januar 2018: 2 Rezensionen

Im Jahre 1980 erblickte ich in Uelzen, einem kleinen malerischen Städtchen inmitten der Lüneburger Heide, das Licht der Welt.
Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf unweit meiner Geburtsstadt. Sehr früh schon interessierten und faszinierten mich die dunklen Mythen, die Dämonen und Untoten – und bald hie...

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