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Die Bande des Captain Clegg

DIE BANDE DES CAPTAIN CLEGG
FSK-Freigabe DIE BANDE DES CAPTAIN CLEGG


Anolis Entertainment
DVD/Blu-ray - Folge 14, Abenteuer
Großbritannien 1962
FSK: ab 12, ca. 82 min.
EUR 19.99, Status: Jetzt bestellen

England, 18. Jahrhundert
In einem kleinen Dorf, nahe eines weitläufigen Sumpfes, geht das Grauen um. Reitende Skelette machen Nachts die Gegend unsicher und schon bald wird wieder der Leichnam eines Mannes in der rauen Gegend gefunden. Captain Collier bekommt den Auftrag in dem Dorf für Ordnung zu sorgen und sicherzustellen, dass die braven Bürger nicht in dubiose Machenschaften verwickelt sind. Das Schmuggeln ist zu dieser Zeit, in der sich England wieder einmal im Krieg befindet und die Landbevölkerung unter Hunger und Armut leidet, ein weit verbreitetes Phänomen, das einen lukrativen Nebenverdienst darstellt.
Zu Colliers Mannschaft gehört auch ein stummer Pirat, der einst von seinem Kapitän wegen Verrat ausgesetzt worden war und der von den Soldaten der königlichen Marine gerettet wurde. Diesen setzt Collier als menschlichen Spürhund ein, um Schmuggelware zu suchen. Doch die Dörfler sind gerissener, als er dachte. Die Ahnung, dass der brave Pfarrer Dr. Blyss der Kopf der Bande ist, wird zur Gewissheit, als der Stumme seinen einstigen Kapitän wiedererkennt.
Dr. Blyss ist niemand anderes als Captain Clegg und der hütet noch ein anderes, dunkles Geheimnis ...

Meinung:

Die HAMMER Studios sind vor allem durch ihre farbenprächtigen Horror-Filme bekannt geworden, zu denen so stimmungsvolle Perlen wie „Dracula“, „Blut für Dracula“, „Der Hund der Baskervilles“, „Das schwarze Reptil“, „Nächte des Entsetzens“ oder auch die Frankenstein-Filme mit Peter Cushing in der Rolle des Barons zählen. Dass die britische Film-Schmiede auch andere Genres beherrschte und zum Beispiel zahlreiche historische Abenteuer-Filme produzierte, gerät dabei gerne in Vergessenheit.
Eine solche Perle stammt aus dem Jahr 1962 und basiert auf den Werken des englischen Schriftstellers Arthur Russell Thorndike. Der schrieb die Abenteuer des Piratenkapitäns Clegg in einer Reihe von Romanen nieder. Clegg ist – wie der Titel unschwer erkennen lässt – auch die zentrale Figur des vorliegenden Films und zählt zu recht zu den schillerndsten und besten Rollen des Charaktermimen Cushing, der ja nicht nur als Van Helsing, Sherlock Holmes und Frankenstein brillierte, sondern auch schon als Hamlet auf der Bühne stand. Als Captain Clegg darf er einmal mehr sein ganzes schauspielerisches Können unter Beweis stellen. Auch in anderer Hinsicht dürfte ihm diese Rolle mehr abverlangt haben, denn in kaum einem anderen Film sieht man Cushing derart agil und kämpferisch. Ob nun im Zweikampf mit dem stummen Muskelprotz oder schwingend am Kronleuchter über dem tobenden Mob.
In Patrick Allen als Captain Collier findet er übrigens einen kongenialen Widersacher, mit dem er sich die gut anderthalb Stunden ein faszinierendes Katz-und-Maus-Spiel liefert - zumindest im übertragenen, verbalen Sinne. Die ruppige, bärbeißige Art Allens kontrastiert wunderbar mit der distinguierten Zurückhaltung Cushings.
Eine weitere Hauptrolle spielte der junge Oliver Reed, der in „Der Fluch von Siniestro“ als Wolfsmensch von sich Reden machte. Hier ist er als Dorf-Beau und Sohn des Bürgermeisters zu sehen, der sich in die mittellose Wirtshaus-Gehilfin verliebt. Leidenschaftliche gespielt von Yvonne Romain, die ein Jahr zuvor erst an Reeds Seite in dem oben genannten Werwolf-Film ihren Durchbruch erlebte.
Weitere bekannte Namen, die an diesem Werk beteiligt waren, sind Michael Ripper, der als HAMMERS Tausendsassa in fast jeder Produktion der 50er und 60er Jahre des britischen Filmstudios mitwirkte. Eine kleine, dafür aber umso eindrucksvollere Rolle hatte Jack MacGowran, der fünf Jahre später in seiner bekanntesten Rolle als Dr. Ambronsius in Polanskis Horror-Komödie „Tanz der Vampire“ zu sehen war. Sein komödiantisches Geschick ist aber bereits hier deutlich zu sehen.
Obwohl „Die Bande des Captain Clegg“ zunächst wie ein klassischer Piratenfilm anmutet und auf hoher See beginnt, wo Clegg Gericht über den Verräter hält, dem er die Zunge herausschneiden lässt, ehe er ihn aussetzt. Doch danach wechselt das Setting rasch in gewohnte Gefilde. Vermutlich war das geringe Budget dafür verantwortlich, dass man lieber in der vertrauten Moorlandschaft Südenglands drehte, als auf einem echten Schiff auf hoher See. Nicht umsonst erinnern die Kulissen an den „Hund der Baskervilles“ oder „Das schwarze Reptil“. Auch das Gruseln konnten die Briten nicht sein lassen, obwohl klar ersichtlich ist, dass es sich bei den Skeletten um aufgemalte Gerippe handelt. Parallelen zu den reitenden Leichen, die knapp zehn Jahre später Spanien unsicher machen sollten, sind nicht zu verhehlen.
Mit Kostümen und Masken hat man sich viel Mühe gegeben, auch wenn man bei Michael Rippers Augenringen ein wenig dick aufgetragen hat.
Ohne zu übertreiben, darf behauptet werden, dass dieser Film, zu den besten Werken der HAMMER-Studios zählt und wenn auf dem Klappentext steht, dass die Rolle des Captain Clegg eine von Cushings besten war, dann ist das nicht übertrieben.
Mir war dieser Film bis dato nur als Titel bekannt. Im Fernsehen habe ich ihn nie gesehen und jetzt braucht man sowieso nicht mehr auf eine Wiederholung zu hoffen. Daher denke ich, kann man ihn getrost als Geheimtipp bezeichnen, der endlich mit ordentlicher Bildqualität auf Blu-ray erhältlich ist.

Bonus:

Neben dem Hauptfilm gibt es auch in dieser HAMMER-Blu-ray reichlich Extras. Angefangen beim informativen Audiokommentar, in dem neben Dr. Rolf Giesen auch Uwe Sommerlad und Volker Kronz vertreten sind. Darüber hinaus enthält die Blu-ray ein umfangreiches Making-of, sowie die obligatorischen Trailer, Bildergalerien und Werberatschläge.

Fazit:

Farbenfrohes Abenteuerspektakel, das irgendwo zwischen Piratenfilm und Gruselgeschichte angesiedelt ist. Peter Cushing in einer seiner besten Rollen, agiert hier an der Seite von Oliver Reed, Patrick Allen, Yvonne Romain, Jack MacGowran und Michael Ripper.

14. Jul. 2017 - Florian Hilleberg

Der Rezensent

Florian Hilleberg
Deutschland

* 03. März 1980
Website: http://www.florian-hilleberg.net/
Total: 2546 Rezensionen
Oktober 2017: 2 Rezensionen

Im Jahre 1980 erblickte ich in Uelzen, einem kleinen malerischen Städtchen inmitten der Lüneburger Heide, das Licht der Welt.
Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf unweit meiner Geburtsstadt. Sehr früh schon interessierten und faszinierten mich die dunklen Mythen, die Dämonen und Untoten – und bald hie...

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